Forschungsprofil Kommunikationswissenschaft

Der Lehrstuhl Kommunikationswissenschaft beschäftigt sich vor allem mit Fragen und Problemen öffentlicher Kommunikation. Konkret geht es etwa strukturelle Rahmenbedingungen für öffentliche Kommunikation in einer pluralen Gesellschaft. Dabei rücken Kommunikations- und Öffentlichkeitstheorien, politische Kommunikation, die Veränderung von Mediensystemen und -strukturen ebenso in den Fokus wie Journalismusforschung und Kommunikations- und Medienethik. Im Gegensatz zu vielen anderen kommunikationswissenschaftlichen Lehrstühlen und Studiengängen befasst sich die Greifswalder Kommunikationswissenschaft aber auch mit interpersonaler und mit Gruppenkommunikation. Zur Lehre zählen ferner Qualifikationen, die für Kommunikationsberufe unabdingbar sind wie etwa Körper- und Stimmtraining oder kommunikationspraktische Übungen in Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit.

In den vergangenen Jahren sind eine Reihe von Forschungsprojekten durch die Greifswalder Kommunikationswissenschaft durchgeführt worden. Unter Leitung von Prof. Dr. Patrick Donges (jetzt Universität Leipzig) war die Greifswalder Kommunikationswissenschaft etwa beteiligt am von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Forschungsnetzwerk „Politische Kommunikation in der Online-Welt“. Ziel des Greifswalder Teilprojekts war es, den Wandel politischer Kommunikation in der Online-Welt und seine politisch relevanten Folgen auf der Ebene der Interaktion politischer Organisationen mit der Öffentlichkeit.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter forschen u.a. im Bereich der politischen Kommunikation zu Kommunikation sozialer Bewegungen und zu Institutionen der Medienselbstregulierung, im Bereich medialer Kommunikation zu Glaubwürdigkeit und Nachrichtenwerten, im Bereich von Individualkommunikation zu Medienwahltheorien sowie zu den Auswirkungen unklarer Öffentlichkeit oder im methodischen Bereich zu automatisierten Datenerhebungsverfahren.

Am Lehrstuhl Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Organisationskommunikation dreht sich alles um die Kommunikation von und in Organisationen. Vor allem wird am Lehrstuhl zu formeller externer Kommunikation (Öffentlichkeitsarbeit/Public Relations) gelehrt und geforscht. Der Greifswalder Lehrstuhl verfolgt aber einen integrativen Ansatz, der auch informelle und interne Kommunikationsprozesse mit einbezieht. Insofern befasst sich der Lehrstuhl auch mit Organizational Communication im nordamerikanischen Verständnis, in dem es vorwiegend um innerorganisatorische Kommunikationsprozesse geht.

Heruntergebrochen auf die Ebene von Berufsfeldern beschäftigt sich der Lehrstuhl vorwiegend mit den Facetten der PR-Kommunikation, also etwa den Beziehungen zu den Medien, der Kommunikation mit Stakeholdern, dem Aufbau und der Pflege von Corporate Social Responsibility, dem Issues Management, der Krisenkommunikation und weiteren Kommunikationsaktivitäten. Im Rahmen des Masterstudiengangs Organisationskommunikation werden zudem auch konkrete Kommunikationspraktiken eingeübt, etwa das Konzipieren einer Kommunikationskampagne für externe Partner oder auch das Erlernen von Mediationsverfahren.

Die Forschungsthemen, mit denen sich der Lehrstuhl in den vergangenen Jahren auseinandergesetzt hat, drehen sich um Corporate Social Responsibility (CSR), organisationale und kommunikative Transparenz, Online-Kommunikation, Change-Kommunikation, strategische Kommunikation, Geschichte der Public Relations und der Entwicklung der akademischen Disziplin PR/Organisationskommunikation. Die am Lehrstuhl Promovierenden befassen sich u.a. mit Transparenz von Organisationen, mit CSR aus Sicht der internen Kommunikation und mit den Auswirkungen des medialen Wandels (Big Data) auf die Praxis der PR.