Iris Reus

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Juniorprofessur für Politische Soziologie
Ernst-Lohmeyer-Platz 3, Raum 3.39
Tel.: +49 3834 420 3171
Fax: +49 3834 420 3153

iris.reusuni-greifswaldde

Sprechzeit im Sommersemester 2020:
nur nach vorheriger Vereinbarung per Mail

Vita

Vita

Seit 2019 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Juniorprofessur ‚Politische Soziologie‘, Universität Greifswald

2014-2019 Bewerbungscoaching (freiberuflich)

2018 Dozentin und Coach in einem Projekt für Langzeitarbeitslose

2012-2014 Promotionsstipendium der Hanns-Seidel-Stiftung

2011 Abschluss des Diplomstudiums der Politikwissenschaft, Universität Bamberg

Schwerpunktfächer: Politikfeldanalyse, Politische Theorie

Nebenfächer: Erwachsenenbildung, EU-Recht, Arbeits- und Sozialrecht

Thema der Abschlussarbeit: Analyse der Nichtraucherschutzgesetzgebung in den deutschen Bundesländern nach der Föderalismusreform

Forschungsprojekte

Forschungsprojekte

Dissertation „Föderale Politikgestaltung im reformierten ‚unitarischen Bundesstaat‘ – Analyse der Landesgesetzgebung nach der Föderalismusreform I“

Meine Dissertation ist an der Schnittstelle zwischen Policy-Analyse und Föderalismusforschung zu verorten und befasst sich mit der Wirkung der Föderalismusreform I von 2006 auf Landesebene. Die Reform stellt die umfangreichste Verfassungsreform seit 1949 dar und somit eine Zäsur für das föderale System der BRD. Hintergrund war die Politikverflechtung zwischen Bund und Ländern, durch welche auf beiden Ebenen autonomes politisches Handeln nur noch sehr eingeschränkt möglich war. Um den Ländern – und hier insbesondere den Landtagen – wieder mehr autonomen Gestaltungsspielraum zu verschaffen, wurde durch die Reform eine Reihe von Gesetzgebungskompetenzen neu in die ausschließliche Landeszuständigkeit übertragen.

Entsprechender Gestaltungsspielraum ist die notwendige Voraussetzung für föderale Politikgestaltung, d.h. ohne diesen kann es auch keine Vielfalt der Policies geben. Die Einschätzungen, ob dies mit der Reform gelungen ist, differieren allerdings erheblich; die Literatur nennt vielfache Limitationen wie bspw. überlappende Bundeskompetenzen. Zentrale Frage in einem interdisziplinär politikwissenschaftlich-rechtswissenschaftlichen Aufsatz meiner kumulativen Dissertation ist daher die Frage, inwieweit die Länder durch die Reform tatsächlich neue Möglichkeiten für Policy-Vielfalt bekommen haben.

 

Neben dem rechtlich vorhandenen Gestaltungsspielraum hängt die Wirkung der Reform wesentlich davon ab, wie die Länder ihre neuen Gesetzgebungskompetenzen schließlich nutzen. Bereits kurz nach Inkrafttreten der Reform zeigten sich vielfach Koordinationsbemühungen und entsprechend finden sich auch in den Inhalten der Landesgesetze neben neuer föderaler Vielfalt weiterhin Bereiche großer Einheitlichkeit der Policies.

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit Stephan Vogel (Universität Köln) untersuche ich in mehreren Aufsätzen die ‚neue Vielfalt‘. Dazu wurden auf Basis von Reus (2014) zunächst politikfeldspezifische Indizes entwickelt, um die Inhalte der Landesgesetze systematisch vergleichen und das Ausmaß an Unterschiedlichkeit bzw. Einheitlichkeit angeben zu können. Dabei wurden gemeinsam 425 Gesetze mit weit über 4000 Einzelregelungen codiert. Anhand dieser umfangreichen Datenbank untersuchen wir mittels statistischer Analysen die Determinanten von Policy-Unterschieden, also ob unterschiedliche Policy-Entscheidungen bspw. mit unterschiedlichen Parteien oder auch finanziellen Ressourcen der Länder einhergehen.

Publikationen

Publikationen

Artikel in begutachteten Zeitschriften

Der Weg ist das Ziel? Konzeptionelle Überlegungen zur Operationalisierung föderaler Eigenständigkeit in der Landesgesetzgebung , in: Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft 12 (2018) 4, S. 643–661

Policy-Vielfalt zwischen den Bundesländern nach der Föderalismusreform I: Art, Ausmaß und Akteure, in: Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft 12 (2018) 4, S. 621–642 (mit Stephan Vogel)

On a Successful Road to ‘More Federalism’ in Länder Politics? The Case of Smoking Bans after Germany's Federalism Reform, in: German Politics 25 (2016) 2, S. 210-225

The effect of reformed legislative competences on Länder policy-making: determinants of fragmentation and uniformity, in: Regional & Federal Studies 26 (2016) 5, 625-644 (mit Nicolai Dose)

Neue Eigenständigkeit oder Unitarismus wie bisher? Landespolitik nach der Föderalismusreform I am Beispiel der Nichtraucherschutzgesetzgebung, in: der moderne staat, 1/2014, S. 157-172

 

Artikel in Sammelbänden

Die Wirtschaftspolitik der Länder, in: Achim Hildebrandt/Frieder Wolf (Hrsg.):

Die Politik der Bundesländer. Zwischen Föderalismusreform und Schuldenbremse, 2016 (2. Auflage), Wiesbaden: Springer VS 

The Expulsion of the Smokers from Paradise: A Multiple-Streams Analysis of German Non-Smoker-Protection Legislation, in: Reimut Zohlnhöfer/Friedbert Rüb (Hrsg.): Decision-Making under Ambiguity and Time Constraints. Assessing the Multiple-Streams Framework, 2016, Colchester: ECPR Press, S. 189-211

Die christlich-liberale Koalition als Nutznießer der Föderalismusreform? Die Rolle des Bundesrates und die Entwicklung des Föderalismus unter der zweiten Regierung Merkel, in: Reimut Zohlnhöfer/Thomas Saalfeld (Hrsg.): Die schwarz-gelbe Koalition. Eine Bilanz der zweiten Regierung Merkel 2009-2013, 2015, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S. 245-272 (mit Reimut Zohlnhöfer)

Lehrtätigkeit

Lehrtätigkeit

Sommersemester 2020

Seminar "Die Politik der deutschen Bundesländer in vergleichender Perspektive"

Seminar "Parteien und Institutionen im politischen Prozess"

Seminar "Regieren in der Bundesrepublik Deutschland: Ausgewählte Politikfelder im Vergleich"

Wintersemester 2019/20

Seminar „Sozialpolitik in der Bundesrepublik Deutschland“

Seminar „‘Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!‘ – Klimaschutz aus politikwissenschaftlicher Perspektive“

Seminar „Zwischen Einheit und Vielfalt – Theorien, Konzepte und Formen des Föderalismus“

 

Sommersemester 2019

Seminar „German Politics“ (englisch)